„Eishockey-Gott“ Markus Schwindl beendet Karriere

Brauereichef und EVP-Hauptsponsor Josef Laus trägt sein Trikot, auch Bürgermeister Uwe Raab steht bei Heimspielen mit der Rückennummer 97 auf der Tribüne. Die Fans begrüßten ihn mit „Eishockeygott“. Die Rede ist vom langjährigen Torjäger der Ice Dogs, Markus Schwindl, der nunmehr nach 16 Jahren und mehr als 1000 Scorerpunkten in Landes- und Bayernliga für den EVP seine Karriere beendet.

Trotz seiner 42 Jahren machte „Gary“ Schwindl auf dem Eis bis zuletzt durch seine Routine und Stocktechnik noch so manchem großen Namen etwas vor. Aber Rücken- und Kniebeschwerden zwangen ihn bereits letzte Saison immer wieder zu Pausen. Die Statistik zeigt, wie wertvoll er für die Icedogs war, avancierte er doch nur knapp hinter dem Letten Aleksandrs Kercs jr. zum zweiterfolgreichsten Scorer.

Und wenn er dann wieder einmal das entscheidende Tor erzielt hatte und sich vor dem gegnerischen Zuschauerblock in Positur brachte, hatten die Ordner draußen auf den Rängen alle Hände voll zu tun.

Aus der Ruhe brachte das Pegnitzer Eigengewächs so schnell nichts, und so steht er auch zu seiner Vorliebe für Kesselfleisch und Bier. „Weil’s schmeckt!“, wie es mit seinem Konterfei an der Bandenwerbung im Stadion abzulesen ist. Lästergesänge über seine Leibesfülle verstummten regelmäßig dann, wenn er mit voller Wucht schier unaufhaltsam Schneisen in die gegnerische Abwehr fuhr und mit besonderer Vorliebe auch noch den Torwart austanzte. Der Erfolg gab ihm Recht: In seiner über 20-jährigen Karriere hat er weit über 1000 Scorerpunkte angehäuft und gut 600 Tore erzielt.

Durchmarsch bis in die erste Liga

Dabei wollte er als Kind alles andere als Eishockey spielen. Doch sein Vater Herbert kaufte ihm ein Paar Schlittschuhe, stellte ihn aufs Eis und knallte die Bandentür zu, sodass ihm gar nichts anderes übrig blieb. Schnell wurde sein Talent erkannt. Er schien schon für den EVP verloren zu sein, als er mit dem damaligen ESV Bayreuth den Durchmarsch bis in die erste Liga schaffte. Obwohl ihm Experten die Qualifikation für höchste sportliche Weihen bestätigten, drängte es ihn nie in die weite Welt. So konnte er nach zwei Jahren beim Höchstadter EC doch wieder für seinen Heimatverein gewonnen werden.

Nationalspieler Greilinger die Schau gestohlen

„Das war unser Glück“, sind sich die Verantwortlichen damals wie heute einig, nicht nur, weil 2004 mit ihm der Aufstieg in die Bayernliga gelungen ist. Auch dort spielte die Nummer 97 groß auf, etwa, als er gegen Deggendorf keinem Geringeren als dem heutigen Nationalspieler und Deutschen Meister Thomas Greilinger eindeutig die Schau gestohlen hat. Den erneuten Aufstieg feierte er 2015 zusammen mit seinem 40. Geburtstag in unnachahmlicher Weise: „Zwei Tore vorbereitet, einen Penalty verschossen und dann zwei Treffer in Unterzahl erzielt – ganz großes Kino,“ stand damals in den NN.

Trotz seines großen Talents ist Schwindl stets bodenständig und heimatverbunden geblieben. Bei den Ice Dogs spielte er seine Rolle. Er nahm zwar nicht an jedem Training teil, konzentrierte aber seinen ganzen Ehrgeiz auf die Spiele, wo er nicht nur die meiste Eiszeit bekam, sondern in den kurzen Pausen auf der Bank auch noch lautstark Anweisungen gab. Vorübergehend brachte er seine Erfahrung auch in die zusätzliche Übernahme der sportlichen Leitung ein.

„Gary“ trainiert Sohn Dennis in der U16

Auch wenn der Abschied von der sportlichen Laufbahn für viele überraschend kommt, so wird der Name Schwindl dem EVP dennoch erhalten bleiben. Schließlich will „Gary“ künftig als Trainer der Schülermannschaft (U16) fungieren, bei der sein Sohn Dennis bereits erfolgreich auf Punktejagd geht. Zusammen mit Rainer Schmidt wird der Oldie dem Nachwuchs so manchen Trick verraten, damit die Icedogs in naher Zukunft selbst wieder junge Talente hervorbringen, was das große Ziel des Vereins ist. Auch bei den Böheim Knights will er aushelfen.

Abschiedsspiel in Vorbereitung

Dem EVP bleibt vorerst nur, sich mit Worten für den Einsatz und die Treue zum Verein zu bedanken. Allerdings ist auch ein Abschiedsspiel mit alten Weggefährten in Planung. Spätestens dann werden die Fans noch einmal ihren „Eishockeygott“ feiern, der ihnen all die Jahre so viel Freude bereitet hat.

Quelle: 30.06.2017, Nordbayerische Nachrichten, Isi Reinl

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