EVP beim Alt-Meister Füssen vor Standortbestimmung

Traditionell startet der EVP mit Problemen in die neue Saison. In den vergangenen Jahren gipfelten diese sogar in frühzeitigen Trainerentlassungen. Davon geht diesmal zwar niemand aus, doch ist nach dem sieglosen Vorbereitungsprogramm weitgehend unklar, inwieweit die Ice Dogs für die Bayernliga gewappnet sind. Die Auftaktspiele am heutigen Freitag in Füssen und am Sonntag Landsberg dienen somit zur Standortbestimmung.

Während die Konkurrenz meist seit August auf eigenem Eis trainiert, muss Trainer Josef Hefner mit seiner Truppe auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten immer noch durch die Lande tingeln. Ob wie sonst Mitte Oktober die eigene Spielfläche zur Verfügung steht, ist offen, wurden doch an einer Eismaschine gravierende Probleme festgestellt (wir berichteten). Die Verantwortlichen können nur hoffen, dass die Ersatzteile rechtzeitig eintreffen und dass auch der Wettergott ein Einsehen hat.

Ende der vergangenen Saison haben die Ice Dogs in der Playoff-Runde mit bis zu vier Kontingentspielern starke Leistungen geboten. Doch in dieser Saison sind nur noch zwei Ausländer zulässig, was für Pegnitz den schmerzlichen Abschied vom Top-Stürmer Daniel Vlach bedeutete, der nach Amberg wechselte, nachdem der EVP die Dienste des tschechischen Defensiv-Routiniers Vaclav Benak für wichtiger erachtet hat. Der Lette Aleksandrs Kercs junior ist im Sturm seit zwei Jahren eine feste Größe.

Der sportliche Leiter Jens Braun hat sich zwar wieder bemüht, die Abgänge so wichtiger Spieler wie Florian Zeilmann oder Sergej Hausauer so gut wie möglich abzufangen, doch haben die neuen, meist jungen Cracks ihre Leistungsfähigkeit noch nicht so recht unter Beweis stellen können. Schuld daran sind auch die mangelnden Trainingsmöglichkeiten und das Handicap, dass krankheits- und verletzungsbedingt in den meisten Testspielen nur eine Rumpftruppe zur Verfügung stand. Das Auftaktprogramm für Pegnitz ist alles andere als leicht, muss das Team doch gleich zu Beginn gegen den Alt-Meister EV Füssen und gegen Landsberg antreten, das den zuletzt verpassten Aufstieg in die Landesliga diesmal nachholen will.

Der Traditionsclub Füssen hat nach dem Neustart mit einer nahezu unveränderten Mannschaft den Durchmarsch von der Bezirks- bis zur Bayernliga geschafft. Doch in diesem Sommer stand sowohl in der Führungsriege als auch im Kader eine Runderneuerung an.

Dabei musste der Abgang von nicht weniger als sechs Verteidigern und drei Top-Scorern verkraftet werden. Die Kontingentstellen nehmen fortan der Amerikaner Tyler Wood vom Oberligisten Sonthofen und der Übersee-Import Samuel Payeur ein, der sich in Deutschland beweisen will. Dazu kamen Stefan Rott aus Memmingen sowie Maximilian Dropmann und der frühere Publikumsliebling Markus Vaitl aus Buchloe. Darüber hinaus wurden mehrere Stürmer zu Abwehrspielern umgeschult. Nachwuchsspieler sollen den Kader auffüllen. Erklärtes Ziel ist das Erreichen des Halbfinales.

Die Riverkings aus Landsberg sind in der vergangenen Saison erst im Viertelfinale an Lindau gescheitert. Doch heuer ist der Aufstieg das erklärte Ziel. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll der nach langer Krankheit wieder genesene Tyler Wiseman leisten. Dafür sind die Vertragsverhandlungen mit dem Top-Scorer Bohumil Slavicek gescheitert, der sich folglich nach Miesbach verabschiedet hat. Da der aus Peißenberg gekommene Slowake Dejan Vogl inzwischen einen deutschen Pass hat, bleibt die zweite Kontingentstelle vorerst unbesetzt. Die Verantwortlichen halten das aktuelle Team zwar für stärker als das vorjährige, doch ob dies angesichts der vielen Verletzten und der immerhin sieben Abgänge eine realistische Einschätzung ist, wird sich auch gegen Pegnitz zeigen.

Trainer ist zuversichtlich
Trotz aller Probleme ist EVP-Coach Hefner zuversichtlich, sich auch heuer in der Bayernliga behaupten zu können. Mit Ausnahme von Weiden hätten die Testspiele gegen starke Gegner nur knappe Niederlagen gebracht. Ausschlaggebend seien meist die vielen Strafzeiten gewesen, die auf noch mangelnde Schnelligkeit bei manchen Cracks zurückzuführen sei. Bei der Integration der Neuzugänge müsse man noch etwas Geduld aufbringen, beim Stammpersonal seien positive Entwicklungen festzustellen, etwa bei Michael Kuhn, der in Amberg an drei Toren beteiligt war. Aller Voraussicht nach werden in der ersten Reihe Pierre Kracht und Sven Adler neben Kercs stürmen, in der zweiten Daniel Krieger, Tristan Schwarz und Michael Kuhn, in der dritten Formation Darnell Pruett, Johannes Seidinger, Stefan Hagen oder Ralf Skarupa.

Hefner: „Alle 14 Teams wollen in die Playoff-Runde. Nur acht können es schaffen. Wir hoffen, dass wir dabei sind und so mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

Bericht: Isi Reinl, Foto: Andreas Beil

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