EVP-Rumpfteam verliert nach großem Kampf in Passau

Mit zuletzt nur noch zehn Feldspielern haben die Ice Dogs bei den Black Hawks Passau gekämpft wie die Löwen. Als jedoch nach zwei gleichwertigen Dritteln die Kräfte nachließen, mussten sie doch noch eine 5:8-Niederlage quittieren. Der kurzfristig für den nach Amberg gewechselten Vaclav Benak neu verpflichtete Tscheche Roman Navarra lieferte einen erfolgversprechenden Einstand ab.

EHF Passau – EV Pegnitz 8:5 (3:2/3:2/2:1) – Die mitgereisten Pegnitzer Fans staunten genauso wie die Gastgeber, als der Stadionsprecher bei der Aufstellung der Ice Dogs den Namen Roman Navarra verlas. Der sportliche Leiter des EVP, Jens Braun, hatte den 22-jährigen Tschechen am Freitag „aus dem Hut gezaubert“, nachdem Vaclav Benak am Mittwoch überraschend um die Freigabe für den Landesligisten Amberg gebeten hatte. Eile war geboten, schließt doch am Montag das Transferfenster.

Hatte man sich zu Beginn der Saison für den Verteidiger Benak entschieden, um die Abwehr zu stabilisieren, und dafür den Top-Stürmer Daniel Vlach nach Amberg ziehen lassen, so fiel die Wahl jetzt mit Navarra auf einen Stürmer, weil man laut EVP-Vize Klaus Polster in der aktuellen Situation „nach vorn etwas tun müsse“. Der Neuzugang stammt aus der nordböhmischen Stadt Usti nad labem, wo er die vergangenen Jahre in der ersten und zweiten tschechischen Liga agierte, ehe er Anfang 2017 an den Zweitligisten HC Decin ausgeliehen wurde. Dort hat er es in 20 Spielen mit 14 Toren und zwölf Beihilfen auf immerhin 26 Scorerpunkte gebracht. In der laufenden Saison hat er in sieben Begegnungen fünf Tore erzielt.

Beim EVP-Gastspiel in Passau stand er nun erstmals mit den Ice Dogs auf dem Eis, ohne vorher auch nur eine Minute mit ihnen trainiert zu haben. Das war der Personalnot und dem Erfolgsdruck geschuldet, unter dem der Tabellenletzte Pegnitz steht, genauso wie Passau, das am Freitag auch das zweite Saisonspiel gegen den Aufsteiger Bad Kissingen mit 3:4 Toren nach Penaltyschießen verloren hatte. Ehe der Neuzugang aber seinen ersten Sololauf für die Ice Dogs startete, lag sein Team nach nur 108 Sekunden schon im Hintertreffen.

Und als die Fans immer noch rätselten, wer denn dieser Navarra sei, erhöhten die Black Hawks schon auf 2:0. Kurz darauf verkürzte Pierre Kracht zwar auf 2:1, doch die Freude wurde getrübt durch eine Verletzung von Christof Mendel, der nach einem Zusammenstoß mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der nächste Nackenschlag ließ nicht lange auf sich warten, als die Gastgeber die erste Strafzeit für den neuen Tschechen prompt zum 3:1 nützten. Nur gut, dass Aleksandrs Kercs kurz vor der Pause der Anschlusstreffer zum 3:2 gelang.

Obwohl den Oberfranken jetzt nur mehr drei etatmäßige Verteidiger zur Verfügung standen, kämpften sie aufopferungsvoll und wurden nach fünf Minuten auch mit dem 3:3-Powerplay-Ausgleich durch Timo Jüngst belohnt, wobei sich Navarra seinen ersten Scorerpunkt verdiente. Die Niederbayern waren dadurch so verunsichert, dass Trainer Christian Zessak eine Auszeit nahm. Mit Erfolg: Eine Minute später legte sein Team in Unterzahl mit dem 4:3 wieder vor.

Jetzt bekamen die 800 Zuschauer beim EHF-Familientag einen Kampf auf Biegen und Brechen geboten, bei dem es auf beiden Seiten auch jede Menge Strafen hagelte. Als Passau dabei Großchancen vergab, kontere erneut Kercs zum 4:4. Aber die Donaustädter zogen mit zwei weiteren Treffern kurz vor der Pause auf 6:4 davon, wobei Julian Bädermann der Puck beim 5:4 durch die Schoner rutschte.

Als der Keeper gleich zu Beginn des Schlussdrittels das 7:4 hinnehmen musste, machte er für Maximilian Schmidt Platz. Stefan Hagen kann zwar noch auf 7:5 verkürzen, doch letztendlich fährt Passau mit dem 8:5-Endergebnis den ersten Sieg der Saison ein.

EVP-Vize Klaus Polster zollte seinen Cracks höchstes Lob: „Unglaublich, wie diese Rumpftruppe bis zum Umfallen gekämpft hat. Vor allem nach hinten wurde trotz des Verteidiger-Engpasses hervorragend gearbeitet. Wenn die Kranken und Verletzten zurückkommen, werden erste Erfolge nicht mehr lange auf sich warten lassen.“

Die Torfolge: 1:0 (2.) Groß, 2:0 (9.) Sulcik, 2:1 (12.) Kracht/Jüngst, 3:1 (13.) Schindlbeck (5 gegen 4), 3:2 (18.) Kercs/Hagen/Bädermann, 3:3 (25.) Jüngst/Niedermeier/Navarra (5 gegen 4), 4:3 (26.) Wawrotzki (4 gegen 5), 4:4 (37.) Kercs (4 gegen 4), 5:4 (39.) Geiger, 6:4 (39.) Sulcik, 7:4 (41.) Janzen, 7:5 (43.) Hagen/Kercs(Kracht (5 gegen 3), 8:5 (48.) Schander.

Strafen: Passau 16, EVP acht Minuten.

Bericht: Isi Reinl, Foto: Renate Lorenz-Wich

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