EVP schrammte gegen Füssen knapp an Sensation vorbei

Das muss der Mannschaft Auftrieb geben: Nach einem 0:3-Rückstand haben die Ice Dogs zwei Drittel gegen den EV Füssen gewonnen, mit dem 3:3 nach regulärer Spielzeit einen Punkt geholt und letztendlich erst ganze fünf Sekunden vor Ende der Overtime denkbar knapp mit 3:4 Toren gegen den Spitzenreiter verloren.

Im letzten Drittel gegen den Tabellenführer boten die Ice Dogs Eishockey, wie es sich die Zuschauer wünschen. Mit dem schnellen Anschliusstreffer zum 2:3, erzielt von Ralf Skarupa nach einer sehenswerten Kombination mit dem „Spieler des Abends“ Johannes Seidinger und Patrick Fritz hatten sich die im ersten Drittel noch hoffnungslos unterlegenen Hefner-Schützlinge selbst Mut gemacht. Fortan boten sie Füssen einen offenen Schlagabtausch und belohnten sich zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit in Überzahl mit dem Ausgleich. Erneut war Seidinger erfolgreich, diesmal nach Vorarbeit von Tristan Schwarz und Michael Kuhn.

Zwar protestierten die Gäste vehement, weil einer ihrer Spieler bei dem EVP-Angriff, unabsichtlich von einem Schläger getroffen, eine blutende Verletzung erlitten hatte, doch die Schiedsrichter gaben das Tor und sorgten so dafür, das das zuletzt hart umkämpfte Match in die Verlängerung ging. Hier hätte zwar auch Stefan Hagen für die Entscheidung sorgen können, so aber sicherte sich Füssen mit dem allerletzten Angriff den Zusatzpunkt. Die Ice Dogs erhielten trotzdem Applaus von den Rängen, hatten sie doch den Top-Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht.

Danach hatte es anfangs nicht ausgesehen. Die Allgäuer waren gewarnt, hatten sie doch in der vergangenen Saison bei ihrem Franken-Wochenende zunächst zwar den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter Höchstadt entthront, dann aber ausgerechnet beim Tabellenletzten Pegnitz mit 1:4 Toren verloren. Spielten die Ice Dogs damals furios auf, so waren sie diesmal im ersten Drittel weit davon entfernt. Wieder mussten sie ab der 2. Minute einem Rückstand hinterherlaufen. Die Abwehr, in der zwar Robin Niedermeier wieder mit von der Partie war, dafür aber Darnell Pruett wegen einer Fußverletzung fehlte, war erneut hoffnungslos überfordert. Der EV Füssen konnte nahezu ungehindert durch die Pegnitzer Reihen fahren, weil die Ice Dogs regelmäßig zu weit vom Gegner entfernt waren, kaum ein Forechecking zeigten und alle Mühe hatten, sich aus dem Verteidigungsdrittel zu befreien.

Dass schon zwei Minuten später das 0:2 fiel, schwächte die Moral weiter. Nicht einmal in Überzahl kam ein Powerplay zustande. Wie man solche Situationen ausnützt, führten die Allgäuer vor, die in der letzten Sekunde einer Strafe gegen Aleksandrs Kercs auf 0:3 erhöhten. Der Lette, der eigentlich Tore schießen soll, wirkte bei den wenigen Kontern viel zu eigensinnig, scheiterte dabei regelmäßig und schob anschließend so viel Frust, dass er allein im ersten Durchgang 16 Strafminuten kassierte.

Sind die Ice Dogs bisher nach schnellen Rückständen regelmäßig eingebrochen, so überraschten sie ihre Fans nach der Pause diesmal ihrerseits mit einem Blitztor. Als Kercs noch auf der Strafbank saß, verkürzte Pierre Kracht im Zusammenspiel mit Roman Navarra und Sven Adler nach nur 57 Sekunden auf 1:3. Das gab der Truppe von Josef Hefner sichtlich Auftrieb und so konnte sie diesen Abschnitt in der Endabrechnung sogar siegreich gestalten.

Im Schlussdrittel setzte sich diese Aufwärtsentwicklung fort. Von Trainer Josef Hefner heiß gemacht, aktivierten die Ice Dogs die letzten Kräfte und schrammten so nur denkbar knapp an einer Sensation vorbei. Der Coach war nach dem Abpfiff verständlicherweise happy: „Wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir gerade gegen schier übermächtige Gegner zu großer Form auflaufen können.

Die Torfolge: 0:1 (2.) Newhook/Krötz/Dropmann, 00:2 (4.) Simon/Besl, 0:3 (1.) Payeur/Simon (5 gegen 4), 1:3 (21.) Kracht/Navarra/Adler, 2:3 (44.) Skarupa/Fritz/Seidinger, 3:3 (59.) Seidinger/Schwarz/Kuhn (5 gegen 4), 3:4 (65.) Klein/Simon/Payeur.

Strafen: Pegnitz acht plus zehn Minuten für Kercs (Check gegen Kopf und Nacken), Füssen acht plus zehn Minuten für Newhook (Disziplinarstrafe).

Bericht und Foto: Isi Reinl

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