Geretsried feiert zweiten Sieg seit 2009 beim Angstgegner EVP

Gegen wen wollen die Ice Dogs in der Bayernliga eigentlich noch gewinnen? Nach einer desaströsen Leistung verloren sie am Freitag trotz einer 1:0-Führung auch gegen den bislang auswärts noch sieglosen Drittletzten ESC Geretsried und mussten so den River Rats zum zweiten Mal seit 2009 die Punkte überlassen.

Die River Rats waren mit einer gehörigen Portion Respekt zum Angstgegner nach Pegnitz angereist. Zum einen waren sie bislang in dieser Saison auswärts noch erfolglos, zum andern hatten sie in den bisher 16 Aufeinandertreffen seit 2009 überhaupt erst ein einziges Mal gegen die Ice Dogs gewonnen. Unter diesen Voraussetzungen waren sie vom Anpfiff weg bemüht, die Statistik zu schönen, indem sie die dezimierte EVP-Abwehr massiv unter Druck setzten. Dies gelang ihnen auch über weite Strecken, so dass die mit Stefan Hagen und Ralf Skarupa angereicherte Verteidigung größte Mühe hatte, den Puck überhaupt aus der Gefahrenzone zu bringen.

Pegnitzer Angriffe waren so über weite Phasen des ersten Durchgangs Mangelware. Die Ice Dogs kamen nur bei einigen wenigen Kontern gefährlich vor das ESC-Gehäuse, wobei Patrick Fritz in der 7. Minute bei einem schönen Sololauf sogar Szenenapplaus erhielt. Als später nicht einmal ein Powerplay genützt werden konnte, fanden sich viele schon mit einem torlosen Drittel ab. Doch dann zeigte Pierre Kracht bei einer feinen Einzelaktion seine technischen Fähigkeiten und lochte zum etwas überraschenden 1:0 ein, das mit viel Mühe und einem sicheren Keeper Julian Bädermann in die Pause gerettet wurde.

„Scheibe hinten raus und laufen, laufen, laufen“, lautete die Devise von Trainer Josef Hefner zu Beginn des Mitteldrittels. Das war leichter gesagt, als getan, zumal Geretsried jetzt noch stärker drückte und Pegnitz zudem einige Strafzeiten kassierte. Die erste wurde noch schadlos überstanden, doch kurz darauf glichen die Oberbayern trotzdem aus. In der 30. Minute konnte Johannes Seidinger bei einem Konter nur mit einem Foul gestoppt werden. Doch beim fälligen Penalty war schon beim Anlauf zu erkennen, dass dies nicht seine Stärke ist. So hatte der ESC-Keeper Martin Morczinietz keine Mühe, zu parieren. Es kam, wie es kommen musste: Geretsried belohnte sich mit zwei Überzahltoren für sein nimmermüdes Anrennen und ging mit einer 3:1-Führung in die Kabine.

Obwohl die Hefner-Schützlinge in Überzahl in das Schlussdrittel starteten, ging nichts mehr zusammen. Die Ice Dogs versuchten mit blindem Aktionismus, das Blatt vielleicht doch noch zu wenden, verloren dabei aber endgültig jede Linie, sofern vorher überhaupt eine zu erkennen war. Selbst bei Powerplay-Situationen hatten sie Mühe, ein halbwegs geordnetes Spiel aufzubauen. So hatte Geretsried leichtes Spiel, auch dieses Drittel mit 3:0 für sich zu entscheiden und so einen auch in der Höhe verdienten 6:1-Sieg zu feiern.

Trainer Hefner war nach der erneuten Niederlage bedient und überließ dem Reporter das Fazit. Das ist schnell gezogen: Die Abwehr war hoffnungslos überfordert, es herrschte zumindest ab dem zweiten Drittel keinerlei Ordnung mehr im Spielaufbau. Dazu kamen unnütze Strafzeiten, ein Powerplay, das diesen Namen nicht verdient, und ein Totalausfall der Leistungsträger, vom Kracht-Tor einmal abgesehen.

Die Torfolge: 1:0 (18.) Kracht/Hagen/Seidinger, 1:1 (23.) Heller, 1:2 (32.) Merl (5 gegen 4), 1:3 (37.) Horvath (5 gegen 4), 1:4 (50.) Poch, 1:5 (52.) Horvath, 1:6 (59.) Horvath.

Strafen: EVP zehn, Geretsried acht Minuten.

Bericht und Bild: Isi Reinl

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EV Pegnitz

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