Höchstadter Alligators überrollen den EV Pegnitz

Dieses Frankenderby könnte es in der kommenden Saison eventuell nicht mehr geben: Mit 12:2 überrollten die Höchstadter Alligators die Ice Dogs aus Pegnitz: Die Erstgenannten stürmen mit Volldampf zurück in die Oberliga, Letztere bekamen die Rote Laterne in der Bayernliga überreicht, und es droht der Abstieg.

Parallele vor der Partie: Beide Teams hatten am Freitag verrückte Spiele erlebt. Mit Heimmannschaften, die am Anfang hoch hinten lagen, sich auf zwischenzeitliche Unentschieden heran kämpften und am Ende doch heftig auf die Mütze bekamen.

Mit dem Unterschied, dass Pegnitz der Gastgeber im Kellerduell gegen Schongau war und nach 60 Minuten frustriert nach der 4:7-Pleite das Eis verließ – und Höchstadt das Spitzenspiel beim aktuell einzigen Verfolger ESC Dorfen nach einem 5:5 noch mit 12:5 triumphal gewann.

Dieses emotionale Gefälle war vom Eröffnungsbully an den Akteuren anzusehen. Hinzu kam die haushohe spielerische Überlegenheit der Alligators. Wie am Freitag führte der HEC nach rund fünf Minuten mit 3:0 und spielte mit dem Gegner Katz und Maus – ob in Über- oder in Gleichzahl.

Bei den Ice Dogs musste Interimscoach Daniel Sikorski wegen einer Grippe tatenlos zusehen, wie seine neuen Mitspieler von den alten Weggefährten schwindlig gespielt wurden. Dabei fehlte HEC-Spielertrainer Daniel Jun, der mit Krücken (laut Presseabteilung eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil noch keine Diagnose vorliegt, der Arztbesuch soll am Wochenende stattfinden) coachte Der dürfte dennoch seinen Spaß gehabt haben an seiner Mannschaft, die vor Selbstvertrauen strotzte und auch mit zahlreichen Kabinettstückchen glänzte.

Nach dem 3:0 aber wurde erst gezaubert, bis dahin war das Spiel ein Muster an Effektivität. Wie an der Schnur gezogen lief der Puck durch die Reihen, bis der am besten postierte Angreifer gefunden war. Besonders sehenswert das 5:0, als Pegnitz die Scheibe aus der Rundung dilettantisch vors eigene Tor schlenzte. Alle rechneten damit, dass der freistehende Ales Kreuzer selbst abziehen würde. Doch der holte nur aus, verlud Verteidiger und Torwart Julian Bädermann, der nach dem 0:3 den glücklosen Maximilian Schmidt ersetzt hatte – und passte zu Jiri Mikesz, der von hinter dem kasten „angeschlichen“ gekommen war und ins leere Tor einschieben durfte.

Von Pegnitz gibt es aus diesem Drittel nur zwei Offensivszenen zu vermelden: Ein Konter des Ex-Höchstadters Sergej Hausauer, der aber an Goalie Carsten Metz (7.) scheiterte, und das Ehrentor, als in Überzahl der Gäste tatsächlich eine schöne Kombination gelang, die Daniel Krieger mit einem knallharten Schuss von halblinks zum 1:5 abschloss.

Im zweiten Drittel ging es im gleichen Takt weiter – nur unterbrochen von einer längeren Pause, als eine Plexiglasscheibe repariert werden musste. Ein HEC-Fan hatte nach einem Pegnitzer Foul zu heftig daran gerüttelt . . .

Nichts zu rütteln gab es an der anhaltenden Höchstadter Überlegenheit, wobei sich nun auch die dritte Reihe in die Statistik eintrug. Beim EVP hielt die gute erste Reihe nach Kräften dagegen und markierte auch das zwischenzeitliche 2:6. Trotzdem ging es mit 9:2 zum zweiten Mal in die Kabinen.

Fast jegliche Spannung war raus vor dem Schlussdrittel. Offen blieb nur die Frage: Wer schraubt das Ergebnis in zweistellige Höhe? Es war Michal Petrak, der die 935 Fans auch nur drei Minuten warten ließ. Bei den Ice Dogs stand da wieder Maximilian Schmidt im Kasten, der aber wegen einer Verletzung erneut Julian Bädermann Platz machte. Am Ende hieß es 12:2.

Der HEC hat nun acht Punkte Vorsprung auf Dorfen, das – offenbar noch unter Schock stehend – auch in Peißenberg mit 2:10 unterging. Pegnitz ist nach dem Moosburger Sieg gegen Buchloe neues Schlusslicht.

Bericht: Holger Peter, Nordbayerische Nachrichten, Bild: Renate Lorenz-Wich

HAUPTSPONSOR

EV Pegnitz

NEWS

Consent Management mit Real Cookie Banner