Kracht schießt vier Tore für schwerkranken Gerrit

Mit zwei Testspielen gegen Haßfurt und Dorfen beginnt für den EV Pegnitz an diesem Wochenende die neue Saison. Für den Stürmer Pierre Kracht brachte sie schon vor einer Woche ihren ersten Höhepunkt, nicht nur wegen seiner vier Tore in einem Benefizspiel für den kleinen Gerrit in Diez bei Limburg, der an einem höchst seltenen Gen-Defekt leidet.

Gerrit ist vier Jahre alt und laboriert an einer Krankheit, die es nur zehn mal auf der Welt gibt. Mikrozepahler osteidysplastischer primoridaler Kleinwuchs Typ 1 heißt die besondere Form der Wachstumsstörung, an der Kinder meist innerhalb der ersten beiden Lebensjahre sterben. Gerrit kämpft aber tapfer weiter. Erst vor kurzem hat er eine für ihn lebensgefährliche Grippe überstanden. Die Situation schien so ausweglos, dass sein Arzt versprach, im Krankenzimmer zu tanzen, wenn der „kleine Mann“ die Attacke überstehen würde. Der Mediziner musste tanzen und das Youtube-Video wurde schon millionenfach geklickt.

Gerrit braucht spezielle Geräte, die die Krankenkasse oft nicht zahlt. Die Krankheit ist nämlich zu selten und Therapien sind nicht bekannt.

Mit dem Eishockeyspiel sollten daher Spenden für einen neuen Rollstuhl und für ein zweites Auto gesammelt werden. „So ist Gerrit viel mobiler und freier“, erzählte Steven Richter, der Stiefvater von Gerrit, im Fernsehen.

Die Idee für ein Eishockey-Benefizspiel wurde bereits im vergangenen Winter geboren. Als Pierre Kracht von Dirk Rademaker, einem Eishockey-Fan, der ihn von seinem Engagement beim Oberligisten GEC Ritter Nordhorn bestens in Erinnerung hat, um Mithilfe gebeten wurde, hat der Ice Dog sofort zugesagt.

Jetzt kamen 800 Fans in die Halle, als der Regionalligist EG Diez-Limburg auf das „Team Gerrit“ traf, in dem neben Kracht so namhafte Cracks aufliefen wie Nikolai Varianov, Felix Zerbe, Till Feser oder die beiden Nationalspieler Tino Boos und Mirko Lüdemann. Entschieden wurde die Partie im Penaltyschießen – mit dem besseren Ende für das „Team Gerrit“. Die Gewinner standen allerdings viel früher fest: der jetzt vierjährige Gerrit und der Eishockeysport.

Mitreißendes Finale

Die Rhein-Zeitung schildert das packende Finale: „Trainer, was machen wir?“ Gerade war die Schlusssirene ertönt, auf der Anzeigentafel stand ein unterhaltsames 8:8. Doch Tino Boos wollte mehr und hatte einen klaren Plan: „Penaltyschießen, jeder drei!“ Pierre Kracht entlockte das zunächst ein „Was? Echt?“. Der Stürmer der Pegnitzer Ice Dogs aus der Bayernliga hatte „Wir spielen weiter, drei gegen drei“ verstanden. Es gab dann aber „nur“ ein Penaltyschießen, im dem Ex-Nationalspieler Tino Boos den entscheidenden Penalty eiskalt zum 9:8 für das „Team Gerrit“ einnetzte.

Die Klasse der „Gäste“ hatte sich schon im ersten Drittel angedeutet: Pierre Kracht eröffnete den Torreigen in der 2. Minute und avancierte in einer Reihe neben den beiden Ex-Nationalspielern mit insgesamt vier Treffern zum Torschützenkönig. Weil er sich insbesondere mit dem inzwischen 44-jährigen, aber immer noch topfitten Lüdemann auf Anhieb blendend verstand, wollte ihn Kracht schon nach Pegnitz locken, doch der lehnte dankend ab: „Dafür bin ich schon zu alt.“ Überwältigt von der Benefizaktion zeigte sich Gerrits Familie: „Im Namen unseres kleinen tapferen Helden und Kämpfers Gerrit bedanken wir uns für einen tollen Abend.“

Bericht und Foto: Isi Reinl

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